Zeev Engelmayer

Eins der Kunstwerke aus der Ausstellung, die ich mir gestern angesehen habe, möchte ich euch noch zeigen. Hier hat sich der Künstler einen Teil des Bildes „Guernica“ von Pablo Picasso vorgenommen und etwas verändert. Der Text in der Sprechblase ist ein Zitat aus der Bibel und bedeutet eigentlich so viel wie „Und das Land war in Chaos“ (Dank an Nira für die Übersetzung), was in Genesis 1,2 aber mit „wüst und leer“ übersetzt wurde. Ich finde die Mischung aus dem Picasso, einer Bibelstelle und dem Porträt des Künstlers – man beachte das Augenzwinkern – sehr spannend.

I would like to show you one of the works from the exhibition, which I saw yesterday. Here the artist has taken a part of the picture „Guernica“ by Pablo Picasso and changed something. The text in the speech bubble is a quote from the Bible and actually means „The land was in chaos“ (Thanks to Nira for the translation), which was however translated in Genesis 1,2 to „formless and empty“. I find the mixture of the Picasso, a quote from the bible and the portrait of the artist – note the winking – very exciting.


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Kommentare

Eine Antwort zu „Zeev Engelmayer“

  1. Avatar von Markus Schütz
    Markus Schütz

    Nachdem ich sowohl mit dem originalen Gemälde Picassos als auch mit dem dargestellten historischen Ereignis doch recht vertraut bin, musste ich doch ein paar Worte dazu verlieren. Es geht mir hier nicht um „Verhunzung eines Meisterwerks“ oder so, „Guernica“ hat ja schon oft als Zitat oder Grundlage für Werke hergehalten, die sich direkt darauf bezogen. Ich find’s einfach ein wenig flach. Letztlich geht es hier nur um einen totalen Stilbruch, mehr gibt das für mich nicht her.
    Das beginnt mit der Ikonografie; Picasso zitiert ja sehr viele bekannte Motive aus der spanischen Kunstgeschichte, z.B. Goya oder Velázquez, oder den Stier. Da wirkt so ein comic-haftes Gesicht, sagen wir mal, ein wenig fremd. Ebenso das Bibelzitat, das einen Anfang bezeichnet, einen Schöpfungsakt durch die Kraft des Wortes. Hier aber geht es um das genaue Gegenteil, einen Untergang, in dem es schon keine Worte mehr gibt, sondern nur noch einen Schrei. Hier wird es nicht mehr Licht, sondern es gibt nur diesen einen Blitz (die berühmte Glühbirne, span. „bombilla“ vgl. „bomba“ – Bombe) und danach nur noch Dunkelheit und Schweigen.
    Vielleicht liegt’s auch daran, dass das Original halt so durchkomponiert ist, dass man sich da einfach nicht mitten rein setzen kann. Das macht ja auch seine einzigartige Qualität aus, neben der Vielfalt der Bezüge, die es aufweist. Die gelungeneren Auseinandersetzungen, die ich kenne, nehmen ja das Werk als ganzes und setzen es in einen neuen Bezug (z.B. Nachbildung in einem anderen Material, Zusammenfalten, in einzelne Kacheln zerschnipseln und wieder zusammensetzen etc.).
    Wenn es hier noch einen entscheidenden Witz gibt, wäre mir der allerdings entgangen.

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